In einem Workshop letzte Woche kam die Frage auf, die alle umtreibt: Wenn AGI Realität wird, brauchen wir dann überhaupt noch CPQ-Systeme? Es wurde so still im Raum, wie es nur wird, wenn eine Frage ins Schwarze trifft. Ich arbeite seit dem Jahr 2000 mit CPQ-Systemen, meist mit Tacton, und sehe in Projekten ein wiederkehrendes Muster: CPQ ist stark in der Validierung und Struktur, versagt aber genau in dem Moment, der einen Deal voranbringt. Der Vertriebler muss immer noch die entscheidende Frage des Kunden beantworten: Warum ist genau diese Konfiguration die richtige für meine Situation? Große Sprachmodelle (LLMs) können dieses „Warum“ erklären. Sie können Szenarien abwägen, Zielkonflikte aufzeigen und Komplexes verständlich machen. Das verändert die Risikobewertung fundamental. Die Gefahr ist nicht, dass KI CPQ ersetzt. Die Gefahr ist, dass KI offenlegt, wo CPQ heute an seine Grenzen stößt. Die falsche Frage nach der Zukunft von CPQ Die binäre Frage – ersetzt KI CPQ oder nicht? – ve...
Die unterschätzte Gefahr eloquenter Falschaussagen „Kann die KI erklären, warum wir diesen Motor nicht mit 480 Volt anbieten können?“ Varianten dieser Frage höre ich fast monatlich. Ein Team setzt eine Chat-Ebene auf sein CPQ-System, stellt eine knifflige Frage und erhält eine souverän klingende Antwort, die fachlich falsch ist. Der Vertriebsmitarbeiter ist am Ende verunsicherter als zuvor. Das ist das Kernproblem von LLMs im komplexen Vertrieb. Sie beherrschen Sprache exzellent, sind aber ohne Leitplanken nicht auf Korrektheit ausgelegt. Im CPQ-Umfeld ist „gut genug“ nicht präzise genug. Viele glauben, das Problem sei die Unreife der KI oder die Menge der Trainingsdaten. Das ist ein Irrtum. Der Angebotsprozess ist eine Verifikationsaufgabe , keine Kreativitätsaufgabe. Wir brauchen keine besseren Formulierungen, wir brauchen die richtige Antwort mit einer nachvollziehbaren Begründung. Beim CPQ geht es nicht um Automatisierung – es geht um Korrektheit. Analysten wie Gartner und Forres...